Das Fräulein von Scüderi – Zusammenfassung + Charakter !

Das Fräulein von Scuderi von  E.T.A. Hoffmann (nicht GTA Hoffmann :D)

// Kommentar vom Autor Martin Karrer
- Erste Teil für uns etwas unwichtig, aber für die Schularbeit einige wichtige Infos
- Rest für die Schularbeit und Hausübungen extrem wichtig
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Biographie:
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann wurde am 24. Jänner 1776 als Sohn eines Juristen in Königsberg/Ostpreußen geboren. Er war ein Bewunderer von Mozart und nannte sich daher mit drittem Vornamen Amadeus.
Von 1792 bis 1795 studierte er Rechtswissenschaften und war daran anschließend als Jurist im Staatsdienst in Berlin, Glogau und Posen tätig. 1802 wurde er wegen einer Karikatur, „eines Ergusses seines satirischen Pinsels“, nach Plozk strafversetzt. Ab 1808 lebte er als Bühnenmaler, Kapellmeister, Komponist und Dramaturg am Theater in Bamberg. 1813 wurde er Musikdirektor in Leipzig und Dresden, wo er eng in die Operngruppe „Seconda“ (Sie ist nach ihrem Leiter Joseph Seconda benannt.) eingebunden war. Dort schrieb er auch seine erstes Werk „Die Vision auf dem Schlachtfeld bei Dresden.“ Hoffmann war Initiator und Mittelpunkt des intellektuellen Kreises der „Serapionsbürder“ und somit auch einer der führenden Repräsentanten der Berliner Romantik.
Nach den Kriegen von 1816 wurde er als preußischer Kammergerichtsrat wieder eingestellt, und er kehrte 1822 wieder nach Berlin zurück, wo er zu einem hochgeschätzten Jurist aufstieg.
Gemeinsam mit seinen Freunden, vor allem aber mit dem Schauspieler Ludwig Devrient, pflegte er im Weinkeller von Lutter und Wegener die berühmte Tafelrunde zu halten und sich vom Geist des Weines inspirieren zu lassen.
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann starb am 25. Juni 1822 in Berlin.

wichtige Werke:

· Ritter Gluck (1809)

· Don Juan (1812)

· Der goldene Topf (1814)

· Nußknacker und Mausekönig (1816)

· Das Fräulein von Scuderi (1819)

· Meister Floh (1822)

Inhaltsangabe:

Das Stück spielt im Paris zur Zeit Ludwig es XIV.. Cardillac ist einer der berühmtesten Goldschmiede Paris und fertig fast nur für Höflinge und Edelleute. Die Ruhe in Paris’ Straßen wird aber durch sehr interessante Zwischenfälle gestört, denn Cardillacs Kunden werden regelmäßig auf dem Weg zu ihren Geliebten ermordet und ihres Schmuckes beraubt. Die Polizei startet intensive Fahndungen, doch sie bleiben erfolglos und der Juwelendieb kann nicht gefasst werden.

Auch der König ist besorgt und so fragt er eine beliebte alte Dame an seinem Hof, die immer wieder Romane und Verse schreibt, Mademoiselle de Scuderi, um ihren Rat. Sie erwidert ihm nur mit dem Satz: „Ein Liebender, der die Diebe fürchtet, ist der Liebe nicht würdig!“, kann ihm aber nicht weiterhelfen.

Es kommt zu einer interessanten Wende für Mademoiselle de Scuderi, als sie am selben Abend von einem fremden jungen Mann eine Schatulle geschenkt bekommt. In dem Kästchen befindet sich eine goldene Halskette, die von Meister Cardillac gefertigt und vor wenigen Tagen aus seiner Werkstatt entwendet wurde. Doch er nimmt die Halskette nicht zurück, sondern bittet Mademoiselle de Scuderi sie als Geschenk zu behalten. Zwei Tage später erhält sie ein Schreiben des Mannes, der ihr die Schatulle übergeben hatte, in dem er sie auffordert, den Schmuck innerhalb der nächsten zwei Tage an Cardillac zurückzugeben.

Mademoiselle de Scuderi versäumt diesen Termin. Als sie den Schmuck Cardillac verspätet in die Werkstatt bringen will, findet sie ihn ermordet auf. Cardillacs Gehilfe Olivier Brusson wird sofort der Tat beschuldigt und als auch zur selben Zeit die Juwelenraubmorde aufhören, wird er auch dieser Gewalttaten beschuldigt. Brussons Verlobte, Madelon, die Tochter von Cardillac, ist von der Unschuld ihres Geliebten überzeugt und bittet Mademoiselle de Scuderi um ihre Hilfe.

Aber erst ein Geständnis von Brusson bringt die grauenvolle Wahrheit zu Tage. Der Raubmörder war Cardillac selbst. Eine dunkle Macht bewegte ihn dazu, den wertvollen Schmuck nach dem Verkauf wieder zurück haben zu wollen und dies war nur nach der Ermordung des Kunden möglich. Cardillac hatte geglaubt mit dem Geschenk an Mademoiselle de Scuderi die Schuld von sich weisen zu können. Als Olivier eines Tages Zeuge eines Mordes des Goldschmiedes wird, erinnerte er sich an die Goldkette im Besitz von Mademoiselle de Scuderi. Er forderte sie daher sofort auf, die Halskette wieder zurückzugeben, weil er befürchtete, dass sie das nächste Opfer sein werde.

Auch der königliche Offizier de Miossens hatte Cardillacs Geheimnis entdeckt. Als der Goldschmied ihm eines Tages auflauerte, tötete er Cardillac in Notwehr.

Mademoiselle de Scuderi war von Oliviers Unschuld überzeugt und konnte beim König einen Freispruch erwirken.

Wirkung:   ( !! Wichtig für die SA )

„Das Fräulein von Scuderi“ erschien im Oktober 1819 in Taschenbuchformat. Bereits einen Monat später am 19. November kam es zu der ersten öffentlichen Rezension im „Morgenblatt für gebildete Stände“. Die Zeitung schloss sich der Meinung der meisten Leute an, die ebenso von dem Stück begeistert waren und bezeichnete es als spannend, gut kostümiert und niemals uninteressant.

Es gab jedoch auch ein paar negative Stimmen, wie die von Julius Eduard Hitzig, der schrieb: „Die glänzende Anerbietung der Buchhandlung Wilmans in Hinsicht des Honorars mag ihm die Veranlassung gegeben haben, dies Märchen aus längst verbrauchten Materialien im Laufe von wenigen Wochen zusammenzuwürfeln.“

Gattung und Aufbau:  (Wichtig für SA)

Nach dem Titel des Werkes würde man eine geschichtliche Erzählung vermuten. „Das Fräulein von Scuderi. Erzählungen aus dem Zeitalter Ludwigs XIV.“ ist aber eine Novelle mit ihren typischen Merkmalen. Der Leser steigt direkt in die Handlung ein. Es wird kein ganzes Leben mit einer langen Vorgeschichte beschrieben, sondern nur ein kurzer Zeitabschnitt in dem die ganze Handlung stattfindet. Es gibt auch keine Nebenhandlung. Es geht rein um das Begehen und die daran anschließende Aufklärung der Morde. In dieser Haupthandlung kommt es durch den Mord an Cardillac zu einer entscheidende Wende, die dem Werk neue Spannung gibt.

Das ganze Geschehen wird vom Autor objektiv und von der Ferne betrachtet geschildert. Er greift niemals selbst in die Handlung ein und nimmt auch nicht persönlich dazu Stellung.

Die Handlung beginnt mit dem Besuch Oliviers bei Mademoiselle de Scuderi und setzt sich nach einer kurzen Beschreibung der Vordergrundhandlung in der Beschreibung von Mademoiselle de Scuderi und Cardillac fort. Langsam werden immer mehr Personen ins Geschehen verwickelt bis es schlussendlich zum Mord an Cardillac und zur Auflösung der Morde kommt.

Charakterisierung:  ( Um die einzelnen Charakter beschreiben zu können, ohne es gelesen zu haben)

Mademoiselle de Scuderi: Sie ist eine korrekte Person, die in hohem Ansehen steht und als intellektuelle Frau bekannt ist. Sie pflegt den Umgang mit der „feinen Gesellschaft“ und auch dem König. Als Schriftstellerin hat sie gelernt sich auszudrücken, was sich aber nicht nur in ihren schriftlichen Werken, sondern auch in ihrer gesprochenen Sprache zeigt.
Sie hat es sich zur Angewohnheit gemacht, nicht durch Vorurteile voreingenommen zu sein, sondern den Sachen selbst auf den Grund zu gehen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Das äußert sich sehr positiv bei ihren Nachforschungen in den Mordfällen, weil sie vieles nicht voreingenommen und somit mit einem weiteren Spektrum betrachtet.
Sie ist aber nicht nur eine hochgebildete Frau, die gerne schreibt, sondern sie hat auch ein weiches und gutmütiges Herz.

Olivier Brusson: Seine Mutter Anne war Pflegetochter der Mademoiselle de Scuderi, sein Vater Uhrmacher, der aufgrund des Gewerbeneids nach Genf ausgezogen war und seinen Sohn mit sich nahm. Als Olivier aber erfährt, dass er in Paris für den Meister der Goldschmiedekunst Rene Cardillac arbeiten kann, geht er zurück nach Frankreich. Olivier wird von Cardillac sehr unfreundlich aufgenommen und sehr streng behandelt. Als er seine Liebe zu Cardillacs Tochter Madelon in immer auffälliger Zeichen zugibt, wird er von Cardillac gar hinausgeworfen. Olivier findet in Madelon einen Mutterersatz, den ihm sein alleine erziehender Vater nie bieten konnte.
Er wird durch Zufall zum Mörder, doch er vertraut auf Mademoiselle de Scuderi und weiß genau, dass sie ihm helfen wird, weil sie an seine Unschuld glaubt.

Rene Cardillac: Er ist sich der Tatsache bewusst, dass er einer der besten Goldschmiede Paris’ ist. Dennoch ist er nicht arrogant , sondern ein rechtlicher Ehrenmann, der gerne bereit ist zu helfen und anderen gegenüber offen ist.
Cardillac ist trotz seines Alters (Ende 50) noch sehr kräftig, beweglich und erfreut sich bester Gesundheit. Er arbeitet immer hart und ist selten mit sich selbst zu frieden. So kann es vorkommen, dass er ein Kunstwerk schon fast abgeschlossen hat, dann aber von neuem beginnt, weil ihm irgendeine Fassung oder eine Biegung nicht gefällt.
Cardillac will stets vermeiden, dass seine Tochter, die er sehr liebt, etwas von seinen Untaten erfährt. Er ist davon aber teilweise schon so besessen, dass er mit anderen Leuten andeutungsweise darüber anfängt zu sprechen.

So sagte er zu Olivier:

„An deinem Hochzeitstage“, sprach Cardillac dumpf und feierlich, „an deinem Hochzeitstage, Olivier, wirst du mir, die Hand gelegt auf des gekreuzigten Christus Bild, einen heiligen Eid schwören, sowie ich gestorben, alle diese Reichtümer in Staub zu vernichten durch Mittel, die ich dir dann bekannt machen werde. Ich will nicht, dass irgendein menschlich Wesen, und am wenigsten Madelon und du, in den Besitz des mit Blut erkauften Horts komme.“
Cardillac spielt die Rolle eines Doppelgängers. Einerseits ist er der begnadete Goldschmied, der die schönsten Halsketten und Ringe in Paris fertigt, andererseits der kaltblütige Mörder, der sich seine Schöpfungen wieder zurück holt, weil er von einer inneren dunklen Macht dazu getrieben wird. Er kann es nicht ertragen, dass die für ihn vollendeten Kunstwerke sich nicht in seinem Besitz, sondern in dem von „Dilettanten“ befinden.

Zeit und Gesellschaft:

„Das Fräulein von Scuderi“ spielt in der Zeit Ludwigs XIV., in der es zu einer Blüte der Kunst und der Kultur kam. Ludwig wollte Stabilität und Ordnung in der Gesellschaft. Er selbst war ein sehr tüchtiger Herrscher, der viel Energie aufbrachte, um seine Wünsche zu realisieren.

Geschrieben wurde „Das Fräulein von Scuderi“ aber am Anfang des 19. Jahrhunderts in der Zeit der Romantik, die Aufklärung und Klassizismus ablöste. Deutschland selbst war Zentrum der Romantik. Die Romantik war eine Strömung, die Deutschland so bewegte, dass bald das gesamte geistig-kulturelle Leben durch sie bestimmt wurde.

Die französische Revolution ist vorbei, doch die Menschen können mit den Auswirkungen noch nicht umgehen. Der Sturm und Drang ist auch eben erst vorbei und die Menschen wissen nun nicht woran sie sich orientieren sollen. Ist nun noch immer die Vernunft oberste Maxime oder soll man doch die Phantasie spielen lassen.

Interpretation:

E.T.A. Hoffmann hat aus vielen einzelnen Fragmenten ein vollkommen neues Stück geschaffen, dass er mit sehr viel Gefühl und Geschick ausformulierte. Er schrieb das Stück nicht nur einfach stur hinunter, sondern versuchte mit Details, teilweise genaueren Beschreibungen, Dialogen, dem ganzen Stück eine gewisse Form, einen Charakter zu geben.

Hoffmann beschreibt das Leben eines Doppelgängers, das Leben des Goldschmieds Rene Cardillac, der ein begnadeter Künstler ist und seine Finger schon als Geschenk Gottes bezeichnen kann. Er ist ein Gesellschaftsmensch, der zwar seinen Gehilfen Olivier schlecht aufnahm, bei den Parisern aber als sehr offen und freundlich bekannt ist. Dadurch dass er seine Fertigungen nur an Personen aus den höheren Gesellschaftsschichten verkauft, hat er teilweise Kontakte in diese Kreise und daher trotz seines Handwerksberufs eine hohe soziale Stellung.

Er ist aber gleichzeitig ein grausamer und brutaler Mensch, der von einer dunklen Macht in seinem Inneren regiert wird. Sie bewegt ihn dazu durch Raubmord seine Kunstwerke wieder an sich zu bringen. Er kann es nicht ertragen, dass ein Dilettant eines seiner Werke besitzt, weil er meint, dass sie nicht ausreichend gewürdigt werden. Sie verkommen zum Objekt, dass teuer aussieht, dessen wahren Wert aber keiner zu schätzen weiß. Cardillac glaubt, dass seine Schöpfungen vollendet sind und nur bei ihm gut aufgehoben sind.

Cardillac spielt somit zwei Rollen die im totalen Gegensatz zueinander stehen und am Ende einander vernichten, denn durch seine Gier wird er umgebracht und sein guter Teil, das künstlerische Genie, dass gerne in Gesellschaft ist und sich dort offen und großzügig zeigt, stirbt mit ihm. Hoffmann behandelt mit dem Verhalten Cardillacs ein oft anzutreffendes seelisches Problem von Künstlern, denn viele können sich von ihren Werken nicht trennen und, wenn sie dies einmal getan haben, möchten sie wieder zurückgewinnen. Oft setzen sie bei der Wiederbeschaffung dann keine Grenzen mehr.

Man kann dieses Symptome der Doppelleben aber auch bei anderen Personen antreffen. Zum Beispiel schlüpfte Hoffmann selbst in zwei verschiedene Rollen. Tagsüber war er ein pflichtbewusster Beamter und geachteter Bürger, nachts aber ließ er seine „vernünftige und ordentliche Hülle“ fallen und wurde zum Künstler. Er litt an einem schweren Rückenmarksleiden, was ihn an seinem Schlaf hinderte. So kam es aber in der Nacht zu einer sehr produktiven Zeit, denn er war an seinen Lehnstuhl gefesselte und zeichnete dort oft stundenlang Karikaturen oder schrieb Gedichte und längere Werke.

Auch „Das Fräulein von Scuderi“ selbst spielt sich mit diesem Gegensatz zwischen zwei Welten. Einerseits wird in diesem Buch die heile Welt auf dem Hof Ludwigs XIV. und im Haus der Mademoiselle de Scuderi beschrieben, auf der anderen Seite die Welt des Verbrechens in die sich Cardillac begibt.

Hoffmann zeigt in seinem Werk aber auch, dass wir uns oft zu schnell uns eine Meinung bilden oder Entscheidungen treffen, ohne vorher genau darüber nachgedacht zu haben. Häufig leben wir mit Vorurteilen über eine Person oder eine Sache ohne uns eigene Gedanken zu machen.

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36 Antworten zu “Das Fräulein von Scüderi – Zusammenfassung + Charakter !

  1. genau: Man kann jetzt auch ohne e-mail und ohne Name kommentieren. Jedoch besteht dann die Gefahr von meinem Spamfilter gelöscht zu werden.

    e-mail Adresse bleib verborgen falls eingegeben und Name kann man ja faken.

  2. sehr praktisch wenn man das buch nich gelesen hat aber z.T. irreführend!
    in der charakterisierung oliviers steht er würde zufällig zum mörder, er wird allerdings zu unrecht beschuldigt weil er den sterbenden / toten Cardillac in sein haus trägt der von Miossens aus not wehr erstochen wurde.

  3. haammmaa krassea bulllshit.. naja geht echt besser vor allem wenn man das buch gelesen hat, würde ich es einem nichtleser nicht empfehlen nur die Zusammenfassung zu lesen.. die is soo lückenhaft und man versteht kaum die bedeutsame neziehung zwischen den einzelnen Personen. grrrrr

  4. Kannst du bitte ein Handout vom buch das Fräulein von Scuderi verfassen. Das wäre eine riesen Hilfe für mich 🙂

  5. Pingback: E.T.A. Hoffmann: Das Fräulein von Scuderi (1819/21) – LiMoTee

  6. Dankeee 😀 schöne Grüße aus Vorarlberg, meine Deutschlehrerin wird mich wahrscheinlich eigenhändig umbringen wenn sie das liest lmao

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